TSG TT verzichtet auf weitere Rechtsmittel gegen Urteil des DTTB Sportgerichts

Die Abteilungsleitung der TSG Oberrad hat sich nach intensiver interner Beratung über die inzwischen vorliegende Urteilsbegründung dazu entschieden, nicht weiter in der Angelegenheit vorzugehen. Rechtlich haben wir zwar nachwievor eine andere Rechtsauffassung (auch) als das DTTB-Sportgericht in seiner Begründung, doch sehen wir die Erfolgsaussichten bei Anrufung des DTTB Bundesgerichts als eher mäßig an. Deshalb möchten wir weder Geld und vor allem auch keine weitere Bindung von ehrenamtlichen Ressourcen in die Angelegenheit stecken, zumal der sportliche Aufstieg der Oberräder Damen in die Oberliga ja doch noch geschafft wurde. Die Einspruchsgebühr konnte bei einer Soli-Party nach den Vereinsmeisterschaften ausgeglichen werden. Ein wichtiges Anliegen in dieser Angelegenheit als Verein mit einem erfolgreichen Damen-Konzept ist, dass der DTTB sich im Rahmen seiner Überlegungen zur Stärkung des Mädchen- und Damentischtennis weitergehende Gedanken macht, wie er die Damenersatzregelung des HTTV auch für seine Spielklassen übernehmen kann (dass z.B. auch eine Damen-Oberliga-Spielerin bei den Herren auf Bezirksebene nach QTTR eingereiht Ersatz spielen kann). Wir erachten diese Maßnahme als äußerst zielführend in der Frage der Förderung des weiblichen Tischtennissports. Bis auf Ausnahmen sind Vereinsvorstände und Abteilungsleitungen männlich dominiert oder sogar rein männlich besetzt und es gibt in der Regel wenig bis kein Interesse daran, durch gezielte Fördermaßnahmen einen Damenbereich aufzubauen. Genau hier setzt die HTTV-Regel an. Durch die Ersatz-Regelung sind in Oberrad die Damen und Herren noch enger zusammengewachsen und das Standing der Damen im Verein wurde zusätzlich gestärkt. Gleichzeitig gab es bei den rein männlichen Gegnern Reaktionen von Lob über Anerkennung bis Neid – immer mit dem Fazit „es wäre gut, wenn wir auch Damen hätten“. Insofern erachten wir die DES-Regelung als wichtigen Mosaikstein im Kanon der Maßnahmen zur Förderung der Mädchen- und Damentischtennissports, damit mehr Vereine motiviert werden, weibliche Strukturen aufzubauen.

FNP-Bericht "TSG Oberrad akzeptiert das Urteil" vom 26.11.2015